HR-Spezialist MHM HR identifiziert die Recruiting-Trends 2016

Wenn das Pendel zurückschlägt – zukünftig müssen Unternehmen sich bewerben

 

Personalverantwortliche erleben aktuell einen massiven Wandel der "Machtverhältnisse": Während bis vor wenigen Jahren die Bewerber Klimmzüge machen mussten, um an begehrte Arbeitsplätze zu kommen, fehlen heute eine Million Fachkräfte in Deutschland.

 

Die Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen müssen sich nun umgekehrt als „attraktive Arbeitgeber“ positionieren, wenn sie mangels qualifizierter Mitarbeiter nicht in ihrem Wachstum ausgebremst werden wollen. Kein Wunder also, dass einige HR-Experten das ablaufende Jahr 2015 zum "Jahr der Kandidaten" ausgerufen hatten. Auch 2016 müssen Arbeitgeber den Bewerbern im Recruiting-Prozess noch mehr Wertschätzung entgegenbringen.

 

Welche Trends Personaler darüber hinaus im nächsten Jahr beachten sollten, zeigt Steffen Michel, Geschäftsführer von MHM HR, einem führenden Anbieter von eRecruiting- und Talentmanagement-Softwarelösungen „made in Germany“.

 

Candidate Experience: Dem Bewerber über sämtliche Kontaktpunkte eine positive Erfahrung bieten

Demographischer Wandel und Fachkräftemangel haben dazu geführt, dass sich der Arbeitsmarkt vom Anbieter- zum Bewerbermarkt entwickelt hat. Für Unternehmen bedeutet dies: Eine Stellenanzeige in einer der großen Tageszeitungen zu schalten und auf massenhafte Bewerbungen zu warten, reicht längst nicht mehr.

 

2016 müssen Arbeitgeber aktiv auf die Bewerber zugehen und den Kandidaten in den Mittelpunkt des Recruiting-Prozesses rücken – von einer attraktiven Ansprache über die Bespielung der geeigneten Kanäle bis zur schnellen und freundlichen Bearbeitung der Bewerbungen und Assessments. An diesem Ziel sollten sämtliche Aktivitäten im Personalmarketing und in der Personalauswahl ausgerichtet werden.

 

Social Recruiting: Fischen, wo die Fische sind

Vor diesem Hintergrund müssen Firmen dem Bewerber vom ersten Kontakt an ein positives Erlebnis schaffen – das beginnt schon vor dem eigentlichen Bewerbungsprozess, also bei der Ausschreibung, und erstreckt sich über sämtliche Kanäle und Berührungspunkte. Da die Menschen immer mehr Zeit in sozialen Medien verbringen und auch einen Großteil ihrer Informationen darüber beziehen, müssen Unternehmen zukünftig LinkedIn, Twitter, XING und Co. in ihre Recruiting-Strategien einbeziehen. Diese Plattformen haben einen sehr großen Einfluss auf die Benutzer, weil hier das Empfehlungsprinzip und eine Vertrauenskultur aufgrund „persönlicher“ Kontakte herrscht.

 

Es gilt also, die Kandidaten aktiv über diese Kanäle zu suchen und anzusprechen. Dies bedeutet auch, dass Arbeitgeber dort sehr starke Präsenz zeigen und ihren Mitarbeitern das nötige Wissen an die Hand geben müssen, um mit der relevanten Zielgruppe „richtig“ zu kommunizieren. Gefragt ist daher die geschickte Nutzung und Verteilung von Stellenanzeigen auf allen passenden Recruiting-Plattformen.

 

Mobile Recruiting: Für den Bewerber den Prozess möglichst einfach gestalten

Zu einer optimalen Candidate Experience zählt auch, dem Kandidaten den Bewerbungsprozess so einfach wie möglich zu gestalten. Das beginnt schon bei der Schaltung und Formulierung der Stellenanzeige, denn der Recruiting-Prozess wird in Zukunft noch digitaler werden als er es jetzt schon ist. Gezielte Maßnahmen zur Suchmaschinen-Optimierung (SEO) auf der Karriere-Homepage, in der Stellenanzeige und auf allen Anzeigenplattformen werden 2016 ein Muss.

 

Hinzu kommt, dass schon heute immer mehr Talente ihr Smartphone oder Tablet zur Stellensuche nutzen. Daher müssen die Angebote und Bewerbungsformulare unbedingt speziell für mobile Geräte optimiert werden. Denn in Zeiten, in denen sich die Arbeitnehmer den Arbeitgeber aussuchen können, werden sich Bewerber kaum die Mühe machen, eine Stellenanzeige, die mobil nicht lesbar ist, nochmals am heimischen PC abzurufen.

 

Arbeitgebermarke: Auf sich wandelnde Ansprüchen reagieren

Google, Facebook und Apple haben geschafft, wo viele andere Unternehmen hinwollen – sie zählen zu den weltweit beliebtesten Arbeitgebern. Um mithalten zu können müssen daher viele Firmen 2016 dringend an ihrem Arbeitgeber-Image arbeiten. Dies gilt umso mehr, als die Kandidaten heute andere Maßstäbe ansetzen als noch vor wenigen Jahren. Statt Gehalt oder Arbeitsplatzsicherheit sind jetzt Aufstiegschancen, Weiterbildungsmaßnahmen, Gestaltungsfreiräume, flexible Arbeitszeiten und eine ausgeglichene Work-Life-Balance gefragt.

 

New Work: Offen für neue Arbeitsweisen

Um zu einer attraktiven Arbeitgebermarke zu gelangen, ist vor allem ein Umdenken in Bezug auf die Arbeitsweise und Arbeitsorganisation erforderlich. Wenn Unternehmen in der volatilen Arbeitswelt von morgen wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen sie Flexibilität, flache Hierarchien und neuartige kooperative Arbeitsweisen beweisen. Im kommenden Jahr werden die Anforderungen an demokratische Führung, sich selbst steuernde Teams und mobiles Arbeiten immer stärker zunehmen.

 

„Ob wir wollen oder nicht, der Arbeitsmarkt hat sich komplett gedreht – heute bewerben sich nicht mehr die Arbeitnehmer beim Arbeitgeber, sondern die Unternehmen beim Kandidaten“, erklärt Michel. „Um die geeigneten Bewerber zu finden und zu gewinnen, müssen Organisationen jetzt neue Wege gehen und zusätzliche Recruiting-Kanäle bespielen – der Schlüssel liegt im Bewerbermanagement. Um den quantitativen und qualitativen Erfolg zu messen und Recruitierung-Budgets zu optimieren, werden 2016 moderne Tools zur Personalbeschaffung und zentrales Multiposting von Stellenanzeigen noch wichtiger werden.“

 

 

Haben Sie Fragen oder Anmerkungen? Schreiben Sie uns (welcome@mhm-hr.com) - wir freuen uns auf Sie!

 

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